Auf d-frag gibt es einen hervorragenden Artikel zum Thema “Spiele und Gewalt”. Liebe Politiker, Eltern und sonstige Weltverbesserer: bitte lesen, verstehen und erst dann Aktionismus zeigen. Oder um es mit Eddie Izzard zu sagen:
Die N.R.A. sagt, "Nicht Waffen bringen Menschen um, Menschen tun es", aber ich glaube die Waffen helfen dabei, oder? Ich glaube, wenn man einfach nur da steht und “Peng!” schreit, das sollte nicht allzuviele Leute umbringen, was? Da muss man schon ein echt schwaches Herz haben…”
ich spiele ja nur selten, dann aber blutig. call of duty 1 und 2. immer wenn eines meiner kinder geboren wurde, zum ausgleich fuer den zaertlichkeits und liebes overdoze, ein paar doofe deutsche nazi killen macht schon spass, pervers aber war. ich bin allerdings auch schon erwachsen und kann unterscheiden, in kinderhaende gehoert das zeug nicht, ich denke darauf kann man sich einigen.
Hmm, aber ich glaube genau solche Äußerungen (aus dem Zusammenhang gerissen oder nicht) sind das Wasser auf den Mühlen dieser Leute. Es macht Spaß, weil es ein Spiel ist, im Grunde ein Räuber und Gendarm für Erwachsene. Es ist eigentlich sehr Abstrakt und wir beide wissen das, weil wir diese Spiele spielen und verstehen. Ich weiß, dass die Taktik des Gegners nur auf künstlicher Intelligenz beruht und ich versuche ihre Schwachstellen auszunutzen und so einfach durchs Spiel zu kommen, wie nur irgendwie möglich. Richtigen Spaß machen diese Spiele ja auch erst gegen andere, menschliche Mitspieler. Weil sich der andere unberechenbar verhält. Weil er seine Taktiken ändert und vor allem meinen anpasst. Das ist spannend und nervenaufreibend. Und wenn ich ihn “erwische”, wird er versuchen mich in der nächsten auszutricksen. Ich weiß, er wird nicht tot an seinem Schreibtisch zusammenbrechen. Es ist ein Spiel und es kommt niemand dabei zu Schaden.
Das manche dieser Spiele nichts in Kinderhänden zu suchen haben, ist ja wohl klar - das gilt allerdings auch für bestimmte Bücher und Filme. Der gute Herr Professor läßt ja auch nicht einfach seine Pornosammlung auf dem Küchentisch rumliegen. Aber soll man einem Mann überhaupt Gehör schenken, der Sätze von sich gibt wie “Viele Eltern haben weder die Zeit noch die Lust zu kontrollieren, ob sich ihr Kind an die Regeln hält.“? Wenn nicht die Eltern, wer denn dann?! Das ist ihre verdammte Pflicht.
lar macht es spass, vielleicht sollte er es mal spielen und sich gehen lassen. es ist auch klar das medien gerne dramatisieren. die finden einen schwachkopf und lassen ihn reden, eine gemaesigte, realistiche aussage ist eben langweilig. ich find das thema eigentlich ziemlich oede, das kommt alle paar jahre wieder hoch, da wird versucht komplexe zusammenhaenge einfach zu erklaeren (massenmoerder->gewaltspiel).
das eltern sich um ihre kinder kuemmern sollten ist schon klar, aber wieviel eltern koennen sich um sich selbst kuemmern? es gibt gesetze die kinder und jugendliche schuetzen, vielleicht auch vor ihren eigenen eltern.
ein generelles verbot ist natuerlich voellig schwachsinn weil gar keine handlungsbedarf besteht, ich wuerde mich also nicht aufregen.
Ich rege mich ja gar nicht auf. Aber laut d-frag scheint der besagte Herr Schünemann aber ein Mann der Tat zu sein. Und das gepaart mit Halbwissen scheint mir gefährlich zu sein. Naja, mal abwarten.